Druckversion dieser Seite anzeigen

Interkulturelles Gesundheitsnetzwerk

Verbesserung der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung von Migranten in Berlin

Kreuzberg hat sich im Rahmen seiner Mitgliedschaft im Gesunde Städte-Netzwerk das prioritäre Ziel gesetzt, die gesundheitliche und psychosoziale Versorgung von MigrantInnen zu verbessern. Dieses soll u.a. durch den Aufbau eines interkulturellen Gesundheitsnetzwerks geschehen.

Seit geraumer Zeit schon suchen Politiker und Fachleute nach Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung bzw. verbesserten Gesundheitsversorgung von Migranten in Berlin.

Die Literatur zum Themenbereich "Migration und Gesundheit" weist zum einen auf ein höheres Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko bei Migranten hin wie höhere Rate von Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit, von Infektionskrankheiten, von Erkrankungen des Magen-Darm- Bereiches, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, von Arbeitsunfällen, von frühzeitig auftretenden chronischen Krankheiten im Alter, von Unfällen (Haus und Verkehr), von psychischen und psychosomatischen Störungen bei Kindern, von Multimorbidität (Schmerzen) bei Frauen, zum anderen auf erhebliche Defizite in der gesundheitlichen Versorgung. Insbesondere Kommunikations- und Sprachprobleme sind oft Ursache für Diagnoseprobleme und Fehlbehandlungen. (Berg 1997, Collatz 1994, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Ausländer 1995)

Die vorliegenden Untersuchungen beziehen sich vor allem auf Arbeitsmigranten, einige auf Flüchtlinge und Aussiedler, ganz wenige auf Migranten mit ungesichertem Aufenthaltsstatus.

Angesichts der hohen Zahl von Migranten in Berlin-Kreuzberg und auch in den übrigen Bezirken ist das Bezirksamt Kreuzberg unter Federführung der Plan- und Leitstelle und der Ausländerbeauftragten einer langjährigen politischen Forderung zur Planung und Initiierung eines Interkulturellen Gesundheitsnetzwerks gefolgt. Beispiele aus anderen Städten und Ländern wie das Ethnomedizinische Zentrum in Hannover und die niederländischen Dolmetscherzentralen dienen dabei als Vorbild.

Vor diesem Hintergrund werden in Berlin der Gemeindedolmetschdienst aufgebaut und ein internetgestützter Gesundheitswegweiser für Migranten erarbeitet.

Kontakt zum Arbeitskreis.


Zuletzt aktualisiert am 01.03.2006 15:37:07  | Autor: Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.  | Nutzungshinweise, Haftungsausschluss